· 

Bis nach ganz oben

Wandern ist koreanischer Nationalsport, jedenfalls habe ich das mal gehört. Diesen Mai bin ich auch zu ersten Mal Wandern gegangen, zwar in Jeans und Turnschuhen, zudem nicht bis oben auf einen Berg, aber ich habe gemerkt, dass Wandern ziemlich viel Spaß macht. 

Wer im Internet nach Attraktionen in Seoul sucht, wird immer wieder auf den Bukhansan Nationalpark stoßen und auf die Empfehlung zur Baegundae Bergspitze zu wandern. Diesem Rat bin ich natürlich gerne gefolgt und musste schnell merken, dass Wandern in Korea eine ganz andere Nummer ist, als in der Sächsischen Schweiz

Zum Nationalpark zu kommen ist eigentlich nicht besonders schwer. Die Beschreibung auf Visit Korea hat sich ziemlich einfach angehört, da man nur einmal mit der U-Bahn fahren und dann den Bus nehmen muss. Blöd war nur, dass es die Buslinie aus der Beschreibung nicht gab. Das war aber kein Problem, denn an der U-Bahn Station warteten viele Koreaner in auffälliger Wanderkleidung auf den richtigen Bus. Denen haben wir uns einfach angeschlossen. 

 

Als wir am Startpunkt der Wanderung angekommen waren, haben wir erstmal ein Bild von der Parkübersicht gemacht und den Weg markiert, den wir entlang gehen wollten. Im Nationalpark waren aber auch immer wieder Schilder, die in die richtige Richtung zeigten. Also keine Markierungen auf Baumstämmen, wie man es aus Deutschland kennt. 

Die ersten zwei Kilometer waren noch noch relativ entspannt. Es gab befestigte Wege, Treppen und Informationen für Touristen. Auf den letzten Kilometern haben wir dann aber gemerkt, was Wandern wirklich ist. Steinige Wege, nur ab und zu mal die Möglichkeit sich irgendwo festzuhalten und überall neongelbe Spinnen - der absolute Albtraum für mich. Zudem wurden wir wirklich andauernd von irgendwelchen Rentnern überholt, was uns sehr an unserer Fitness hat zweifeln lassen. 

 

Die letzten dreihundert Meter haben wir uns nur noch an einem Seil hochgezogen und gehofft, dass wir nicht umknicken oder abrutschen. Das wäre ziemlich schmerzhaft geworden. Oben auf der Spitze haben sich die Strapazen allerdings ausgezahlt. Der Ausblick über die Stadt war einfach nur atemberaubend und auch wenn viele Leute an diesem Tag wandern waren, hatten wir genug Platz und es war nicht überfüllt. 

 

Schon in der Sächsischen Schweiz haben wir unser Talent zum Verlaufen entdeckt. Auch dieses mal haben wir es trotz Wegbeschreibung, Karte und Beschilderung der Wege nicht geschafft den Weg entlang zulaufen, den wir eigentlich nehmen wollten. Wir sind also nicht an der alten Stadtmauer zurückgewandert, sondern irgendwo lang, bis wir aus dem Nationalpark raus waren. Von dort aus den Weg zurück in die Stadt zu finden war nicht ganz einfach, aber zu schaffen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0