· 

Buchrezension: "Stern des Nordens"

*unbezahlte Werbung

 

“Stern des Nordens” von D. B. John ist eine fiktionale Geschichte, die auf realen Ereignissen und Berichten aus Nordkorea basiert.

 

Dr. Jenna Williams hatte die unfreiwillige Trennung von ihrer Zwillingsschwester Soo-min nie wirklich verwunden. Ihr mysteriöses Verschwinden von einem Südkoreanischen Strand wird durch die lokale Polizei als Ertrinken abgetan, doch Jenna will sich mit dieser Erklärung nicht abfinden. Als Jenna herausfindet, dass in Japan Jugendliche von Nordkoreanern entführt wurden, lässt sie sich von der CIA als undercover Agentin anwerben und befindet sich schon bald im Königreich der Lügen.

 

Die Nordkoreanerin Moon findet in einem Wald eine Schachtel mit Südkoreanischen Keksen, die sie schon bald zu einer geschickten Händlerin auf dem Schwarzmarkt und einer skrupellosen Bestecherin machen.  

 

Cho Sang-ho ist hoher Parteikader, der als Diplomat nach New York geschickt wird und dort erst erfährt in welche Machenschaften sein geliebtes Vaterland verwickelt ist. Die Durchleuchtung seiner Familiengeschichte aufgrund der anstehenden Beförderung seines Bruders machen ihn nicht umsonst nervös, denn er weiß, dass die beiden adoptiert sind.

 

Durch schikssalhafte Wendungen sind diese drei Leben miteinander verbunden und treffen zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufeinander.

Stern des Nordens von D. B. John, Wunderlich Verlag, 560 Seiten
Stern des Nordens von D. B. John, Wunderlich Verlag, 560 Seiten

“Stern des Nordens” ist ein fesselnder Thriller bis zum letzten Wort. Wie schafft es diese faktenorientierte Geschichte ihre Leser so zu faszinieren?

Nordkorea wirkt auf uns wie eine verrückte Märchengeschichte, in der die Gesetze alle umgekehrt sind. Der Kim Kult ist vergleichbar mit einer Weltreligion, nur dass die Bevölkerung sie nicht leugnen kann und darf. Während ich in Deutschland sitze und das Buch lese kann ich in diesem christlich geprägten Land laut sagen Atheistin zu sein, während in Nordkorea die Kims vom Volk vergöttert werden und andere Religionen streng verboten sind. Das macht es gerade für uns westliche Leser so schwer zu begreifen was es bedeutet in diesem isolierten Land zu leben. Viele von uns wollen es vielleicht nicht glauben, ich wage aber zu behaupten die meisten könnten es auch gar nicht, dass der Thriller die bittere Realität in Nordkorea schildert.

 

In Nordkorea ist die Wahrheit viel absonderlicher, als jedes Märchen, das wir als Kinder gehört haben.

 

Ich würde dieses Buch als weichen Einstieg in die Literatur, die dieses Land beschreibt bezeichnen. Es ist immer noch Fiktion, Jenna, Frau Moon und Herrn Cho hat es niemals gegeben. Dass sie ihr Schicksal mit dem vieler Nordkoreaner teilen muss uns aber im Gedächtnis bleiben. Denn so erschütternd und ergreifend die Geschichte auch ist, sie ist ebenfalls ein Einblick in die Gegenwart und das ist erschreckend.

 

Ich würde dieses Buche jedem empfehlen, ob sich dieser Person nun für Nordkorea interessiert oder nicht. Es ist ein spannender Thriller, der von der ersten Seite an fesselt, es ist aber auch eine Menge an Wissen und Informationen. Wer sich mit Nordkorea beschäftigt sollte dieses Buch nicht außer Acht lassen. Wer schon mal einen Flüchtlingsbericht gelesen hat wird viele Verhaltensmuster wiedererkennen. Alle, die das Buch lesen und nicht nur auf eine gute Story, sondern auch auf etwas Bildung aus sind, werden begeistert sein!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0