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Die Highlands

 Während wir durch die Highlands fuhren habe ich mich gewundert warum meine Mutter unbedingt hier her reisen wollte. Ich konnte erst nicht verstehen warum sie sich dafür entschieden hatte einen Woche in einer so frustrierenden Landschaft zu verbringen bis ich gemerkt habe, dass dieses frustrierende Stück Land es irgendwie schafft eine große Vielfältigkeit zu zeigen und in ein paar Momenten wirklich schön zu sein. 

Es gibt eine Sache, die ich schon am ersten Tag in Schottland gelernt habe.

 

 "Wenn du das Wetter nicht magst, warte einfach fünf Minuten."

 

Weil Zeit an sich relativ ist, können fünf Minuten auch mal gut einen halben Tag dauern, aber es gibt eine Sache der man sich sicher sein kann - das Wetter bleibt niemals gleich! Sowas habe ich vorher noch nie erlebt, nicht mal in Norddeutschland.

Ich denke, dass das ständig wechselnde Wetter es erst ermöglicht, dass Schottland bereits im Frühling in leuchtendem Gelb blüht und im Sommer ebenso in wunderschönem Lila. 

Mir ist außerdem kein Ort bekannt wo man an einem Tag am gleichen Ort erst Ski und dann Mountainbike fahren und den Nachmittag bei Sonne am Strand verbringen kann.

Das gälische Wort für See ist Loch

Und Schottland hat so viele davon. Ohne jeden Zweifel ist Loch Ness davon das bekannteste, aber das größte ist es nicht. 

Loch Lomond ist größer als alle anderen Lochs und für mich auch etwas spektakulärer als der berühmte Verwandte. Das könnte auch daran liegen, dass es wie aus Eimern geschüttet hatte als ich beim Loch Ness war aber ich würde den Loch Lomond auch als ruhiger beschreiben, da dort weniger Touristen unterwegs sind.

Loch Lomond
Loch Lomond

Es gibt so viele Aktivitäten die man dort machen kann, wie Boot oder Kajak fahren, Windsurfen, durch den Tossachs National Park wandern oder den Tag am Strand zu verbringen.

 

Im Gegensatz dazu ist der Loch Ness voll mit Touristen. Selbst bei schlechtem Wetter kann man dort am Urquhart Castle Asiaten in Kilts finden, die wirklich schrecklich Dudelsack spielen, weil sie hoffen damit Nessi anzulocken. Das Monster ist unumstritten der einzige Grund warum so viele Touristen hier her kommen und die Einheimischen nutzen diesen Mythos, um damit ordentlich Geld zu verdienen. 

Ich habe wie alle anderen Touris auch ein Nessi Stofftier gekauft und versucht damit ein Bild vor dem Urquhart Castle zu machen, welches auf den Klippen vom Lochness aus der Landschaft herausragt. Leider endete der Versuch darin, dass ich nach einer halben Minute bereits klitschnass war. Die Zeit, um die Burg oder das Museum über Nessi zu besuchen hatten wir nicht. War für mich aber auch nicht schlimm.

Geschichte zum Anfassen

Die Schottische Geschichte kann man in jeder Ecke des Landes sehen, ganz besonders in den Highlands. Hast du jemals vom Glen Coe gehört? Es ist der Schauplatz eines brutalen Massakers gegen den Clan der MacDonalds. Die meisten werden ihn aber aus dem Film Skyfall kennen, wenn James Bond zu seinen Wurzeln zurückkehrt. 

Glen Coe
Glen Coe

Ein anderes wichtiges Ereignis hat auf dem Culloden Schlachtplatz stattgefunden, wo die Schotten gegen die britische Armee für ihre Unabhängigkeit und einen Steward König gekämpft haben. Ich würde die Geschichte so erzählen:

 

Es war einmal der Sohn eines ins Exil geflüchteten Königs. Der Sohn dachte sich, dass es eine gute Idee wäre an einen Ort zurück zu kehren wo er sich einen König nennen konnte und die Schotten hinter sich vereinte, um für ein neues Schottland zu kämpfen. Am Ende brachte das nur die Highland Clearances und den Verlust von Kultur mit sich. Im Gegensatz zu so vielen Schotten, die für ihn kämpften, starb Charlie als alter Mann.

      

Nach der Schlacht von Culloden wurden im Sinne der Highland Clearnces die Tartans, die gälische Sprache und Dudelsack spielen verboten. Die Schotten verloren ein großes Stück ihrer Identität aber mit der Zeit haben die sich diese zurückerobert. 

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