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Von Bremen nach Dover

*enthält unbezahlte Werbung 

Mit dem Auto nach England klingt erstmal nach einer ziemlich coolen Idee, wenn man die Umweltbelastung außer Acht lässt. Bei der Planung unseres Roadtrips habe ich mir darüber natürlich Gedanken gemacht, vor allem da ich meine Reisen insgesamt nachhaltiger gestalten möchte. Diese Idee kam unglücklicherweise erst nachdem wir die Fähre gebucht haben, an unserer Reise gibt es also klimatechnisch viel zu verbessern. 

Mit dem Zug kommt man in der Tat wohl ganz gut durch England und das auch recht günstig, die Frage ist nur wohin genau man überhaupt kommt. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Dartmoor zum Wandern oder nach Lands End? Bestimmt irgendwie möglich, aber furchtbar umständlich und mit hohen Zeitverlusten verbunden. Auf unserer Liste an Orten die wir sehen wollten standen tatsächlich viele, die mit Bus und Bahn eher schlecht oder gar nicht zu erreichen waren. Hinzu kommt ja auch noch das Gepäck. Mit nur einem Rucksack zu reisen steht definitiv auf meiner Reise Bucketlist, aber ich würde das gerne erstmal ausprobieren, wenn ich unter 10 Tage unterwegs bin. Ich bin mir absolut bewusst, dass eine Autorundreise kaum nachhaltig sein kann und versuche während dieser Blogreihe Verbesserungen für die nächste Reise zu finden.

Wie kamen wir eigentlich auf die Idee? Sie ist mehr oder weniger auf meinem Mist gewachsen. In der Zeit zwischen Abitur und Zeugnisvergabe bin ich mal mit meiner Mama auf einer 5 Tage Cornwall Rundreise gewesen und hatte mir vorgenommen mir diese Landschaft einmal genauer anzusehen. Mein Freund macht sich was unseren Urlaub angeht eher weniger Gedanken und sagt zu den meisten Dingen "Ja". Überhaupt war das schlagende Argument für ihn, dass er in England auf der linken Seite Auto fahren kann. Na gut, wenn es ihn glücklich macht, dann soll es wohl so sein. Die Reiseplanung erfolgte an einem einzigen Nachmittag, an dem ich mit Schmerzmitteln vollgepumpt auf meinem Sofa eine Wirbelblockade aussetzen musste. Knapp 800 Euro hab ich da für B&Bs auf den Kopf gehauen, ohne Novamin wäre mir das vermutlich nicht passiert. Insgesamt 13 Tage sollten wir in Südengland verbringen und am 26. August ging es dann auch endlich los. 

Auf nach Dover

Unsere Reise begann kurz nach Mitternacht, was dem Fakt geschuldet war, dass wir unsere Fähre um 10:00 auf keinen Fall verpassen durften. Glücklicherweise starteten wir aus der Nähe von Bremen was uns schon mal 80 km ersparte, hundemüde waren wir als wir in Dunquerke ankamen trotzdem. Natürlich waren wir viel zu früh, glücklicherweise wurden wir dann einfach auf eine frühere Fähre gebucht und schipperten gegen 8:00 in Richtung Dover.

Mit der Fähre zu fahren ist übrigens nicht unbedingt günstiger als durch den Tunnel. Auch von der Zeit her ist der Tunnel unschlagbar. Die Fähre zu nehmen hat sich für uns also eigentlich nicht gelohnt, da Dunquerke nicht signifikant näher liegt als Calais. 

Nach etwas mehr als einer Stunde waren die weißen Klippen bereits zu sehen. Das erste und letzte was man von England zu sehen bekommt. Auf dem Wasser fühlte es sich noch nicht so an, aber wir sollten mit sommerlichen 28 Grad empfangen werden. 

Nachdem wir stundenlang hauptsächlich gesessen hatten, entschieden wir uns die Klippen etwas genauer anzusehen. Dort gibt es ein Visitor Center mit Parkplatz, wo man für 5 Pfund den ganzen Tag stehen kann. Wir stellten das Auto ab und wanderten an den Klippen entlang bis zu einem kleinen weißen Leuchtturm. Bei strahlendem Sonnenschein und Seeluft macht das bei mehreren Stunden Schlafentzug aber nicht unbedingt wacher. Am Vormittag ist es hier auch noch nicht so überlaufen, erst als wir zum Besucherzentrum zurückspazierten merkten wir wie es langsam voller wurde. Wir setzten uns in den Schatten und ruhten uns aus. Während Till schlief, las ich ein Buch und beobachtete wie sich die Briten zum Picknick trafen. Mit Campingstühlen um einen klapprigen Plastiktisch versammelt gönnen sie sich auch bei gefühlten 30 Grad Tee und Scones manchmal mit, manchmal ohne Clotted Cream und Marmelade. 

Gegen 14:00 konnten wir in unser Guesthouse einchecken. Das ging per Zahlencode und komplett ohne den Besitzer überhaupt zu sehen. Sehr interessant. Ich schaffte es noch zu duschen, bevor ich völlig übermüdet ins Bett fiel. 

Abends machte sich dann aber der Hunger breit und wir liefen an den Hafen zurück. Für Till gab es hier zum ersten mal das richtige Fish and Chips, mit Essig und Erbsenpüree. 

 

Nachdem Essen liefen wir den Strand bis zum Pier hinauf und hatten einen guten Blick auf Dover Castle. Ich muss zugeben, dass ich den Strand von Dover irgendwie ansprechender fand als die Innenstadt, wenn man das so nennen kann. Für einen ersten Tag und einfach zum ankommen, kann man in Dover schon schlafen, aber länger als eine Nacht bleiben würde ich nicht. Dafür hat die Stadt meiner Meinung nach einfach nicht genug zu bieten, oder ich habe nicht genau genug nachgesehen.

Was wir uns zum Beispiel nicht angesehen hatten war Dover Castle, was auch daran liegt, dass der Eintritt so teuer ist. Später haben wir herausgefunden, dass man sich für 35 Pfund einen Heritage Pass für mehrere Tage kaufen kann und damit viele Burgen und Schösser oder Denkmäler wie Stonehenge besuchen kann. Mit zwei Burgen hat man den Preis in der Regel schon raus. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Beatrix (Dienstag, 10 September 2019 11:21)

    Ein sehr guter Eindruck der Reise. Und besonders die praktischen Tipps gefallen mir. Es macht neugierig auf mehr.

  • #2

    Melissa (Freitag, 13 September 2019 11:39)

    Danke für den Kommentar Bea :)
    Ich hoffe immer ein paar Tipps geben zu können, damit auch jeder was von meinen Blogbeiträgen hat. Die nächsten Berichte folgen bald, nur etwas Geduld.
    Lg Melissa